Zukunftsangst

Anfang des Jahres begannen mich die Zukunftsängste zu plagen, und sie wurden mit jedem Tag stärker. Wie sollte es weitergehen? Wovon leben? Im Mai läuft mein Alg 1 aus, und dann kommt Hartz 4. Noch weniger Geld, dafür mehr Terror von den Behörden.
Was hatte ich erreicht?
Und wie ging es mir damit?

Wenn man erfolgreiche Künstler fragt, wie sie es geschafft haben, von ihrer Kunst zu leben, dann nennen sie oft unter anderem: Fleiß, Disziplin und die Bereitschaft, sein Leben voll und ganz der Kunst zu widmen, alles andere unterzuordnen. Man kann es durchaus Rücksichtslosigkeit nennen. Für Verantwortung für andere, für Familie und Freundschaften bleibt da wenig Zeit und Platz.

Fleißig schreiben, schreiben, schreiben, spielen, spielen, spielen, und dann das unseelige „Networking“ betreiben, „Kontakte“ knüpfen, Marketing hier und Promo da, Hände schütteln, ein Virtuose auf seinem Instrument, einen Ohrwurm nach dem anderen schreiben, jeden Abend irgendwo auftreten, und an seiner „Performance“ arbeiten und den Kauf eines neuen Plektrums twittern. Nonstop unterwegs in der analogen wie auch in der digitalen Welt.
Das ist nicht mein Ding.
Ich wollte das Unmögliche, musste ich feststellen: meine Lieder wie bisher schreiben, ins Netz hochladen, ab und zu mal, wenn ich Bock habe, irgendwo auftreten UND DAVON LEBEN können.
Absoluter Irrsinn.

Es ging mir nicht gut, ich erlebte außerdem noch Trennung und Tod, und der Winter wollte einfach nicht weichen. Ich war ganz unten. Ich sehnte mich so sehr nach Sicherheit, Hoffnung, Halt, nach irgendeinem Licht im Dunkeln.

Ein neues Lied hatte ich immerhin derweil auch geschrieben und in der lauten „Bandversion“ aufgenommen. So sehr ich manchmal auch eine richtige Band vermisse, den Krach im Proberaum, die Schallwellen am Körper, so musste ich doch gestehen, dass mir diese Art der Produktion wirklich Spaß macht. Und desshalb mache ich das ja schließlich.

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Auch das Schreiben meines neuen Blogs „Allein hinterm Deich“, in dem ich über meine Kindheit & Jugend an der Nordsee berichte, bereitet mir großes Vergnügen, und ich freue mich sehr über seine wachsende Beliebtheit. Die Idee schwelte schon sehr lange in mir, und nun bin ich mitten drin, das heisst, eigentlich erst am Anfang.

Mit meinem lieben Freund Mark Hollenbeck war ich außerdem im Plänterwald zum Fotoshooting! Ja! Für die Promo der anstehenden Konzerte in meiner Heimat im Norden. Tolle Bilder hat er gemacht. Eine anschließende Umfrage bei facebook ließ dann dieses hier gewinnen.

Nr. 4

Und schließlich:Tataaaa!!!… gehe ich wieder arbeiten, und zwar als Erzieher, ein Beruf mit „Instant Feedback“…