Back in Berlin

Fast drei Wochen war ich mit Kind, Hund und Gitarre sowie Mundharmonikas unterwegs an der Nordsee in Schleswig-Holstein. Zuerst sollte es ein Strandurlaub, im kleinen Zelt in Hörnum auf Sylt, werden, was Regen, Wind und Wolken zu einer Herausforderung machten, aber wir ließen uns nicht unterkriegen. Und dann kam endlich die Sonne.

So konnte ich am Nordseestrand auf der Gitarre klampfen, der Sohn mit einem neuen Kumpel spielen und baden, und Jack das machen, was er immer macht: andere Hunde jagen, um seinen Stock bellen, nach dem Stock rennen und schwimmen, den Stock im Sand ein- und wieder ausbuddeln und um den Stock herum den Sand pflügen, und dabei immer bellen. Abends schnarchte er dafür umso ruhiger im Zelt.

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Anschließend fuhren wir nach Friedrichskoog, da komme ich her, und dort sollte ich meine kleine „Zurück Im Koog“ Konzertreihe am Deich in Friedrichskoog-Spitze starten.

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Hinter mir ging die Sonne im Watt unter, die Stimmung hätte romantischer nicht sein können, hätte ein frischer Wind mir und dem Publikum, das im Halbkreis ebenfalls in Strandkörben um mich herum saß, nicht so zu schaffen gemacht.
Kalt! Kalt! Kalt! Dass mir einmal anfang Juli klamme und steife Finger das Gitarrenspiel erschweren würden! Wer hätte das gedacht? Zum Glück saß ich windgeschützt in meinem Strandkorb, aber die lieben Gäste bekamen ihn voll ab. Und so löste sich unsere kleine Gesellschaft nach meinem Konzert auch schnell auf, und jeder flüchtete bibbernd irgendwohin ins Warme.

An dieser Stelle daher noch einmal ganz besonders vielen Dank an alle, die bis zum Ende durchgehalten haben! Und Vielen Dank für die lieben Worte und Komplimente!

Am folgenden Tag hatte ich dann das große Vergnügen im Eiscafé meines alten Freunds und ehemaligen Bandkollegen Klaus-Peter „Jackson“ Sass ein Konzert spielen zu dürfen. Mit Jackson hatte ich als 16 oder 17 Jähriger meine allerersten Banderfahrungen machen dürfen, und es war mir eine große Freude und Ehre über 20 Jahre später als allererster Musiker überhaupt in seinem Eiscafé auftreten zu dürfen. Er hatte eine kleine Bühne hergerichtet und liebvoll dekoriert, eine PA zur Unterstützung bereitgestellt und alles dezent und geschmackvoll ausgeleuchtet.

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Als ich dann anfing zu spielen, war es für mich schon ein wunderbarer Abend, aber es sollte immer toller werden. Nach dem durchgefrorenen Gig am Deich konnte ich die gemütliche Wärme bei Jackson wirklich schätzen! Und der Sound auf der Bühne! Super! Und dann so viele alte Freunde! Applaus, Applaus!

Für mich hatte meine kleine Tour an diesem Abend schon einen Höhepunkt erreicht, und dabei es sollte es auch bleiben. Am Ende des Konzerts spielten Jackson und ich zusammen noch zwei Gospelklassiker (In The Sweet Bye and Bye und Will The Circle Be Unbroken), und das Publikum, das die Texte ausgehändigt bekommen hatte, sang lautstark mit. Danke!

Immer mit dabei: mein Sohn Johannes und Jack, natürlich. Johannes sang nicht nur bei ein paar Liedern mit, nein, er fotografierte und filmte auch fleißig. Und das hat wirklich ganz toll gemacht! Er fand das alles total aufregend und spannend, außerdem durfte er an meinen Konzertabenden Cola trinken, bzw. musste…
Für Jack waren diese Konzertsituationen nichts Neues, da er mich ja nun schon seit Jahren immer und überallhin begleitet. Mein Hund kennt das Berliner Nachtleben, das Treiben in den Bars und auf der Bühne. Wer uns einmal im Berliner Lagari erlebt hat, weiß, was ich meine… Jedenfalls zeigte sich Jack – mittlerweile ja nun auch schon fünf Jahre alt und „erwachsen“… – die ganze Zeit total cool und relaxt.

In Brunsbüttel war man aber leider nicht sonderlich begeistert davon als ich mit Kind und Hund erschien. Gitta und SOS-Klaus waren besorgt, Johannes und Jack würden in Gittas Erlebnisgastronomie untergehen, unter die Räder, bzw. Füße kommen, da werde doch geraucht und getrunken, und wenn das die Polizei mitkriegen würde und ach… und ja…
So mussten meine beiden ständigen Begeleiter in einem Hinterzimmer sitzen und warten, dass Papa/Herrchen sein Konzert spielt. So wild und gefährlich wurde es dann natürlich gar nicht.

Letzte Station unser Reise war dann wieder Hamburg, wo wir ja schon ungefähr zwei Wochen zuvor Station gemacht hatten, wo ich aber leider nicht hatte auftreten können, weil die Soulkitchen Halle zugemacht worden war.

Dieses Mal spielte ich in der Henrietten Wagenburg in Altona für meinen alten Schulfreund Kolja und seine Freundin Linn. Die beiden veranstalteten eine Party zugunsten ihres Fotokunstprojekts „Fracht – Grenzen der Freiheit“, das ich Euch ans Herz legen möchte.
Schaut es Euch an! Teilt es, bloggt es, sagt es allen weiter, spendet, postet, macht was! Mit dabei und sehr nett kennen zu lernen: Rob Longstaff, ein cooler Singer/Songwriter aus Australien, bzw. Berlin.

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Am nächsten Tag ging es nach Hause, nach Kreuzberg. Im Gepäck tausende Sandkörner als blinde Passagiere und eben so viele Eindrücke, Erfahrungen, Erlebnisse. Und genügend Energie und Motivation, um ein paar Tage später spontan ein „Umsonst & Draußen“ Konzert in der Kuhle im Görli zu spielen.

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Danke Tereza für das Bild!

Leider erwarteten mich in Berlin schlechte Nachrichten, das heisst in dem Sinne schlecht, als dass ich nach einigem Hin und Her und Organisierungsversuchen mein Konzert am 23. Juli in Garding absagen musste.

Dafür werde ich am kommenden Sonntag, am 28. Juli, bei den „Craft Beer Days“ in der Berliner Malzfabrik spielen. Genauere Infos und Aktualisierungen findet Ihr dazu wie immer auf meiner facebook-Seite.

Fazit: die vergangenen Wochen haben mir gezeigt, wie schön das Musikerleben sein kann. Von daher: immer wieder gerne! Und bevor der Sommer zuende geht, werde ich auch bestimmt noch einmal Umsonst & Draußen den Görlitzer Park bespielen.

Aber nen Job brauch ich jetzt trotzdem langsam mal, eine Perspektive, die etwas mehr Sicherheit verspricht, und Geld, die mich näher an einen coolen Job mit netten, hundefreundlichen Menschen, am besten in Kreuzberg, bringt.

Außerdem will ich eine neue CD machen, Lieder, Ideen und so weiter hab ich genug… Und ein neuer Song ist auch in Arbeit.

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